Klimabilanzierung in Kulturbetrieben
Wissen teilen, Transformation unterstützen. Vortrag beim Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit.
KLIMABILANZIERUNGVORTRAGSTÄTIGKEIT
Dipl. -Ing. Markus Goldsteiner, B.Sc.
9/26/20252 min read
Am 26. September 2025 war Dipl.-Ing. Markus Goldsteiner, B.Sc., Geschäftsführer der effolution GmbH, als Vortragender beim Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit eingeladen. Im Rahmen der Österreich-Runde „Transformationsmanager:in Nachhaltige Kultur“ stand das Thema „Grundlagen der Klimabilanzierung“ im Mittelpunkt.
Die Klimabilanzierung gewinnt auch für Kulturinstitutionen zunehmend an Bedeutung. Sie schafft Transparenz darüber, wo Treibhausgasemissionen entstehen, welche Bereiche besonders relevant sind und wo konkrete Reduktionspotenziale liegen.
Vom Energieverbrauch zur Klimabilanz
Im Vortrag wurde der Bogen von den Grundlagen der Treibhausgasbilanzierung bis zur praktischen Umsetzung in Kulturbetrieben gespannt. Neben den europäischen und österreichischen Rahmenbedingungen wurden insbesondere die unterschiedlichen Emissionsbereiche – Scope 1, Scope 2 und Scope 3 – betrachtet.
Dabei wurde deutlich, dass eine aussagekräftige Klimabilanz weit über den reinen Strom- und Wärmeverbrauch hinausgeht.
Zu den direkten Emissionen zählen beispielsweise fossile Brennstoffe in eigenen Heizungsanlagen, der eigene Fuhrpark oder Kältemittelverluste. Zugekaufter Strom, Fernwärme oder Fernkälte werden Scope 2 zugeordnet. Scope 3 umfasst schließlich weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette – etwa aus eingekauften Gütern, Dienstreisen, der Anreise von Mitarbeiter:innen und Gästen oder der Entsorgung.
Gute Klimabilanzen beginnen mit guten Daten
Ein wesentlicher Schwerpunkt des Vortrags lag auf der praktischen Datenerhebung. Denn bevor Emissionen berechnet werden können, muss zunächst geklärt werden, welche Daten im Unternehmen bereits vorhanden sind und wo Informationslücken bestehen.
Gebäudeleittechnik, Energiemonitoring, Buchhaltungsdaten, Anlagenverzeichnisse, Kältemitteldatenbanken und bestehende Managementsysteme können dabei wertvolle Grundlagen liefern. Ebenso wichtig ist ein klarer Überblick über Haupt- und Subzähler sowie sämtliche eingesetzten Energieformen.
Gerade in gewachsenen Kulturbetrieben zeigt sich häufig: Viele der benötigten Informationen sind bereits vorhanden – sie müssen jedoch strukturiert zusammengeführt und richtig bewertet werden.
Scope 3 als besondere Herausforderung
Während die direkten Energieverbräuche vergleichsweise gut erfassbar sind, stellt Scope 3 viele Organisationen vor größere Herausforderungen.
Hier müssen sehr unterschiedliche Bereiche betrachtet werden – beispielsweise Mobilität, Einkauf oder vorgelagerte Emissionen. Der Vortrag zeigte daher auch anhand konkreter Berechnungsbeispiele, wie Emissionsfaktoren eingesetzt und einzelne Tätigkeiten in CO₂-Äquivalente übersetzt werden können.
Ein besonderes Augenmerk lag darauf, die Klimabilanzierung nicht unnötig kompliziert zu gestalten. Entscheidend ist zunächst die Frage: Welche Emissionsquellen sind für den eigenen Betrieb tatsächlich wesentlich? Kriterien wie Emissionsmenge, Umweltwirkung, gesetzliche Anforderungen, Stakeholderinteressen und die eigenen Einflussmöglichkeiten helfen bei dieser Priorisierung.
Klimabilanzierung als Ausgangspunkt für Veränderung
Eine Klimabilanz sollte nicht als reine Berichtspflicht verstanden werden. Ihr eigentlicher Wert entsteht dort, wo aus den erhobenen Daten konkrete Maßnahmen abgeleitet werden.
Für Kulturbetriebe kann dies beispielsweise bedeuten, den Energieverbrauch von Gebäuden zu optimieren, fossile Energieträger zu reduzieren, Kälte- und Lüftungsanlagen effizienter zu betreiben oder Mobilität und Beschaffung näher zu betrachten.
Damit wird aus der Klimabilanz ein Werkzeug für strategisches Energie- und Umweltmanagement.
Erfahrung aus Kultur und Gebäudetechnik verbinden
Die Verbindung von Gebäudetechnik, Energiemanagement und Kulturbranche bildet seit vielen Jahren einen Schwerpunkt der effolution GmbH. Im Vortrag konnte dabei auf langjährige Erfahrung in der Gebäudetechnik, im Energiemanagement von Kulturbetrieben sowie in der Energie- und Treibhausgasbilanzierung zurückgegriffen werden.
Der fachliche Austausch im Rahmen des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit bot eine wertvolle Gelegenheit, dieses Wissen weiterzugeben und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie Klimabilanzierung in der Praxis verständlich, belastbar und vor allem handlungsorientiert umgesetzt werden kann.
Für effolution steht deshalb nicht nur die Bilanz selbst im Vordergrund, sondern vor allem das, was daraus folgt: Verbräuche verstehen, Einsparpotenziale erkennen und konkrete Maßnahmen ableiten.
Denn eine Klimabilanz ist nicht das Ziel – sondern der Ausgangspunkt für wirksame Veränderung.
Kompetenzen
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Planung im Denkmalschutz, Energieeffizienzmaßnahmen, Anlagenoptimierung,
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Datenauswertung
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